Etwa 80–90 % aller Rückenschmerzen sind unspezifisch, also nicht durch Nerven, Knochen oder Organe verursacht.
m DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) wie auch international gilt:
👉 Etwa 80–90 % aller Rückenschmerzen sind unspezifisch, also nicht durch Nerven, Knochen oder Organe verursacht.
Davon wiederum haben die meisten eine muskulär-fasziale Ursache (Verspannungen, Triggerpunkte, myofasziale Dysbalancen).
Quellen (aktuell und wissenschaftlich bestätigt):
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Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz (NVL, 3. Auflage, 2023)
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Maher et al., Lancet 2017 – „Non-specific low back pain“
→ Alle Studien bestätigen: weniger als 10 % haben spezifische Ursachen, Mehr als 90 % sind unspezifisch, meist muskulär-faszial bedingt. Bei den meisten Rückenschmerzen kommt der Schmerz nicht von Knochen oder Nerven, sondern von verspannten Muskeln und verklebten Faszien!
Darum haben wir Schmerzen:
Verspannte Muskeln und verklebte Faszien verursachen Schmerzen durch Sauerstoffmangel und Reizung.
Wenn sie nicht durch Bewegung, Durchblutung und Entspannung gelöst werden, gewöhnt sich das Nervensystem an den Schmerz – und er bleibt bestehen.
Warum verspannte Muskeln und verklebte Faszien Schmerzen auslösen:
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Verspannte Muskeln drücken dauerhaft auf Nerven und Blutgefäße, was zu Sauerstoffmangel (lokale Ischämie) und Reizung von Schmerzrezeptoren führt.
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Verklebte Faszien verlieren ihre Gleitfähigkeit → das Gewebe bewegt sich schlechter, Reibung und Mikroentzündungen entstehen.
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Das Nervensystem reagiert mit Schmerz, Druckempfindlichkeit und Steifheit – besonders in Ruhe oder nach Belastung.
Quellen:
- Studie zur Hypoxie/Ischämie bei myofaszialen Triggerpunkten: „Hypoxia on Angiogenesis in Rat Myofascial Trigger Points …“ (2020) – zeigt Beteiligung von ischämischen/hypoxischen Bedingungen bei Triggerpunkten.
- Review zu Faszien-Innervation: „Fascial Innervation: A Systematic Review of the Literature“ (2022) – beleuchtet die nervale Versorgung der Faszien und deren mögliche Rolle bei Schmerz.
- Review zu Zentraler Sensibilisierung (Nervensystemanpassung bei chronischem Schmerz): „Central sensitization, chronic pain, and other symptoms“ (2023) – zeigt, wie sich das Nervensystem bei anhaltendem Schmerz verändert.
Warum bleiben die Schmerzen oft Monate oder Jahre bestehen:
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Fehlende Bewegung → Durchblutung bleibt schlecht, Heilung stagniert.
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Schutzspannung: Der Körper hält die Muskeln unbewusst fest („Muskelgedächtnis“).
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Schmerzgedächtnis im Nervensystem: Dauerhafte Reizung führt dazu, dass das Gehirn auch ohne reale Gewebeschäden weiter Schmerzsignale sendet.
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Stress und Fehlhaltungen verstärken die Muskelspannung immer wieder.
Lösung: Kurz & evidenzbasiert – so wird chronischer myofaszial-muskulärer Schmerz besser (oft auch „heilbar“):
- Aktivprogramm als Basis (täglich ein paar Minuten): Übungstherapie wirkt zuverlässig: Krafttraining (Rumpf/Gluteus), dazu Mobilität/Dehnen. Kompression + Stretching.
- Trigger regelmässig gezielt behandeln (schmerzenden Bereich behandeln)
- Manuelle Körperarbeit wie Tuina Anmo um Bereiche im Körper wieder durchgängig zu machen.
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IASTM/Gua Sha-ähnliche Techniken/Schröpfen sind als Ergänzung sinnvoll (myofasziale Techniken).
Quellen:
Kurzfazit:
Tägliches Aktivprogramm + gezielte Triggerbehandlung ist der wirksamste Weg aus chronischem myofaszialem Schmerz. IASTM, Wärme, Tuina Anmo, myofasziale Behandlungen) erhöhen die Chance auf eine nachhaltige Besserung.
Quellen:
- https://www.cochrane.org/evidence/CD009790_exercise-treatment-chronic-low-back-pain
- Gua Sha: Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Gua Sha bei chronischen Rückenschmerzen (nicht-spezifischem LBP) signifikant Schmerzreduktion bewirkt (z. B. niedrigere Schmerzintensität und bessere Gesundheitswahrnehmung im Vergleich zu Warte-/Kontrollgruppe) und als sicher und akzeptabel eingestuft wird.
- Schröpfen: Es gibt hoch- bis moderatqualitative Evidenz, dass Cupping Schmerzen und Behinderungen bei Rückenschmerzen kurzfristig signifikant reduziert.
- Tuina Anmo: Tuina wirkt potenziell wirksam und sicher zur Verbesserung von Schmerzen und körperlicher Funktion bei chronischem unspezifischem Rückenschmerz
HINWEIS: Chronische oder akute Schmerzen mit: Fieber, ungeklärtem Gewichtsverlust, progressiven Lähmungen, Blasen-/Mastdarmstörungen sofort medizinisch abklären lassen!
